|
LWL-Denkmalschützerin Dr. Iris Tillessen zeigt sich vom Haus Buuck beeindruckt Der Müllcontainer vor dem Haus Buuck an der Hachtorstraße ist fast voll. Der neugierige Betrachter findet darin alte Rigipsplatten, Fliesen oder unbrauchbare Wandverkleidungen. Wirklich interessant ist aber das, was in dem 1609 erbauten Fachwerkgiebelhaus verbleibt. Und um dessen historische Substanz besser beurteilen zu können, müssen die Inneneinrichtungen neuerer Zeit vorsichtig entfernt und entsorgt werden.Von der Baustelle machte sich gestern hochrangiger Besuch ein Bild. Die im praktischen Bereich tätige Ober-Konservatorin Dr. Iris Tillessen vom LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen verschaffte sich einen eigenen Eindruck. Tillessen wird später eine Stellungnahme zu dem Projekt abgeben und beurteilen, wie erhaltungswürdig das Haus Buuck ist - auch unter Berücksichtigung eines Nutzungs- und Gesamtkonzeptes. Im Gespräch mit unserer Redaktion stellte Tillessen, die das Gebäude selbst rund eine Stunde lang besichtigte, fest: „Das Haus hat mich sehr beeindruckt.“ Besonders die sogenannten Trotzmasken auf der Nordseite wurden von der erfahrenen Expertin bewundert. „Solche Maskenköpfe, aus Eichenholz geschnitzt, habe ich noch nirgendwo gesehen. Das ist eine absolute Besonderheit im Kreis Soest, ein Unikat“, so Tillessen. Die Historie des Hauses begeisterte sie ebenso wie das bürgerschaftliche Engagement. „Im letzten Dreivierteljahr ist unser Verein auf fast 300 Mitglieder gewachsen“, konnte ihr der Vorsitzende des „Forums für Stadtentwicklung“, Bernd Lehmann, nämlich mitteilen.
Nachdem vor knapp 400 Jahren das Kaufhaus von einer Art „Wirtschaftsförderung“ bedacht wurde - die Bergstadt finanzierte dem Geseker Kaufmann Caspar Buuck sowohl das Grundstück als auch das Richtfest - setzen die Verantwortlichen in der Gegenwart auf Spenden und das Geld aus Stiftungen. Architekt Eckhard Lohmann schätzte die Gesamtkosten für die Instandsetzung des Hauses Buuck auf 1,4 Millionen Euro inklusive des Kaufpreises. Er legt großen Wert auf die Feststlellung, dass die Summe nicht aus Steuergeldern besteht: „Das sind zu einem großen Teil Privatspenden oder zum Beispiel Spenden aus Lotterien“. Forum-Vorsitzender Bernd Lehmann ergänzte, dass außerdem Fördergelder beim Land, der NRW-Stiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt worden seien. Schriftliche Zusagen gebe es bislang noch nicht. Der Verein aus Rüthen will mit der Restauration des alten Kaufhauses die wirtschaftstouristische Entwicklung der Stadt vorantreiben. Zu der Gesamtachse zählt Lehmann unter anderem das Hachtor oder das Alte Rathaus. (Auszug aus "Der Patriot" vom 01.11.2007)
|