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"Stark, wirklich stark": Jetzt wird gekauft PDF Drucken E-Mail

Bauminister Oliver Wittke lässt sich vom Engagement der Bürger für „Haus Buuck“ mitreißen und regt Beteiligung in AG „historische Stadtkerne“ an

Landesbauminister Oliver Wittke (8.v.l.) war sichtlich von den Ideen beeindruckt, die ihm das Forum für Stadtentwicklung für Rüthens ältestes Haus bei seinem Besuch unterbreitete.Kalt ist es gestern im Haus Buuck, aber nicht so kalt, dass sich Landesbauminister Oliver Wittke nicht ausreichend Zeit nehmen kann, das ehrgeizige Projekt des Rüthener Forums für Stadtentwicklung genau unter die Lupe zu nehmen. Und er ist begeistert. „Wir machen das in 2008“, verspricht er später dem Vorsitzenden des Forums Bernd Lehmann. Der freut sich und will nun gemeinsam mit der Stadt Nägel mit Köpfen machen: „Jetzt kaufen wir das Haus“, kündigt er an, denn schließlich läuft die Kaufoption am 31. Dezember aus. Auf das Wort des Ministers will man sich verlassen.Mit großem Interesse lauschte Wittke den Ausführungen des Architekten Eckhard Lohmann. Wie denn hier früher geheizt wurde, wollte der Minister wissen. Damals mit zwei Kaminen, gestern mit der Heizungsanlage einer Gärtnerei - deren Wärme sich aber nicht bis in die oberen Stockwerke ausbreitete. Aber womöglich wurde dem Minister angesichts soviel bürgerschaftlichen Engagements warm ums Herz. „Ich freue mich Menschen zu treffen, die etwas bewegen wollen und nicht nur danach fragen, was die Stadt tun kann“, hatte er eingangs gesagt.

Mit den Plänen des Architekten zeigte er sich einverstanden. Das Motto, da zu modernisieren, wo die Substanz kaputt ist und gut Erhaltenes zu sanieren, begrüßte Wittke. An die Adresse der Denkmalämter ging sein Vorwurf, es sei arrogant zu fordern, dass bei unter Denkmalschutz gestellten Gebäuden nichts verändert werden dürfte. „Man kann ja nicht aus jedem Denkmal ein Museum machen.“

Genau das soll Haus Buuck später auch nicht werden - sondern ein lebendiger Ort für Stadtgeschichte, gleichzeitig eine urtümliche Herberge für Wanderer. Trotz aller Euphorie für die Sanierungsarbeiten gab Wittke zu bedenken: „Die Arbeit kommt ja erst noch, wenn das Haus mit Leben gefüllt werden muss.“

Im „Haus Buuck“ verschaffte sich der Minister unter Führung von Bernd Lehmann, Vorsitzender des Forums (l.) und Architekt Eckhard Lohmann (M.) zusammen mit Landtagsabgeordneten und Stadtvertretern einen Eindruck vom ehrgeizigen Projekt. Fotos: LükeSeit 15 Jahren steht das 398 Jahre alte und 650 Quadratmeter große Haus leer, unter dem Putz vermutet Lohmann noch weitere Schnitzereien. Wittke lobte indes: „Ich bin zwar kein Bauhistoriker, aber das sieht weitestgehend nach Originalzustand aus.“ Er bewunderte den Steinfußboden und die stabilen Balken. „Noch ist die Substanz gut, aber wir müssen jetzt mit der Sanierung beginnen“, warb Lohmann für das 1,3 Millionen-Projekt. Die Begeisterung der Rüthener (fast 400 engagieren sich im Forum) und das 400-jährige Bestehen im Jahr 2009 müssten genutzt werden, argumentierte der Architekt.

Der überzeugte Bauminister („Stark, wirklich stark“) regte den Antrag auf Aufnahme in der Arbeitsgemeinschaft „Historischer Stadtkern“ an. Mit einem „ganzheitlichen Konzept“ könne sich die Stadt Rüthen bewerben und somit weitere Fördertöpfe erschließen. Eine Anregung, die die Verwaltung sich zu Herzen nimmt. Den Ministerbesuch nicht verpuffen zu lassen, mahnte CDU-Landtagsabgeordneter Hubert Kleff, der sich genau wie Christof Rasche (FDP) für den Besuch Wittkes stark gemacht hatte.

Wenngleich der Minister kein Geldgeschenk für Rüthen dabei hatte - ein kleines Weihnachtspräsent gab es dann doch noch: Die dringende Sanierung der Landesstraße 776 wird auf 2008 vorgezogen, versprach Oliver Wittke im Hinblick auf ihren „erbarmungswürdigen Zustand.“

(Auszug aus "Der Patriot" vom 22.12.2007)