| Stets im Zeichen des Handels |
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Jeder auf seine Weise waren die Besitzer von Haus Buuck Kaufmänner. Vor 400 Jahren als Kaufhaus errichtet, diente es zuletzt als Kohlenhandlung
„Höker“, Kleinhändler, hatte Buuck in einer Steuerliste als Beruf angegeben. Aber in dem großen Haus muss es allerhand zu kaufen gegeben haben. Die Rüthener konnten sich dort mit allem eindecken, was sie für den täglichen Bedarf benötigten. Die großen Böden im ersten und zweiten Obergeschoss dienten als Lager und Verkaufsräume gleichermaßen. Aber er fuhr auch in die Dörfer des Gerichts Rüthen, um dort seine Waren feil zu bieten. Die Neidköpfe, die am Hausgiebel prangen, sollten Neid und Missgunst der Besucher abwenden. Sollte der in bescheidenem Reichtum lebende Kaufmann Angst vor seinen Mitmenschen gehabt haben? Mit seiner Hausinschrift verweist er auf die Tradition der Hanse, vermutet Sommer. Zwar war der mittelalterliche Städtebund Anfang des 17. Jahrhunderts bereits in der Auflösung begriffen, seine Sitten und Gebräuche lebten dennoch fort. So ist am Giebel noch heute zu lesen: „1609 den 17ten [Monatsname unleserlich] haben mir elude als Caspar Buuck und Dorotea Hotke dis Haus uns und unsern kindren zu nutz und der stadt Ruden zu frommen gebauet“. Ein Kaufhaus sollte das stattliche Haus nicht lange bleiben - dennoch wurde es auch von Buucks Nachfolgern immer auch gewerblich genutzt. Der Schwiegersohn, Caspar Kösterhoff, war Bäcker und Brauer, wie die meisten anderen Rüthener betrieb er nebenbei eine kleine Landwirtschaft. Er war ein typischer Ackerbürger, gehörte aber 1648 als Kämmerer auch dem Stadtrat und -regiment an. In den folgenden Jahren wechselten die Besitzer häufig ihre Namen, meist bedingt durch Einheiratung. Sommer gibt einen Einblick in die lange Besitzerliste: Der Kaufmann Joseph Elling erwarb das Gebäude im Jahr 1802, um dort eine Gastwirtschaft einzurichten. Der jüdische Kleinhändler Meyer Rosenfeld nahm zwischen 1815 und 1835 die Gemischtwarentradition des Hauses wieder auf.
Während das Kaufhaus an der Niederen Straße den großen Stadtbrand von 1739 als eines der wenigen unbeschadet überstanden hatte, wurde die Fachwerkfront, so vermutet Sommer, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verputzt. Was sich darunter verbirgt, können die Rüthener nach der Renovierung neu entdecken. (Auszug aus "Der Patriot" vom 28.12.2007)
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