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"Absolut sanierungswürdig" PDF Drucken E-Mail

Dr. Thomas Spohn, Bauforscher beim Denkmalamt, inspizierte Haus Buuck. Spuren in den Balken des Fachwerks erklären Bau und Umbauten

Dr. Thomas Spohn weiß, wonach er suchen muss. Der Bauforscher vom Denkmalamt in Münster hat die Spuren der früheren Wand schnell entdeckt. Ursprünglich war sie 20 Zentimeter weiter vorn eingezogen. Foto: von TwisternEs sind vor allem zwei Fragen, die Dr. Thomas Spohn umtreiben: Wie sah Rüthens ältestes Haus kurz nach seiner Fertigstellung im Jahr 1609 aus? Und wer hat warum den großen Umbau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorgenommen? Gestern nahm sich der Bauforscher vom Amt für Denkmalpflege Münster Balken und Fachwerk von Haus Buuck unter die Lupe.Bekannt ist schon seit einer Untersuchung vor 20 Jahren, dass die Wand zum Stall 20 Zentimeter nach innen versetzt wurde. Aber was war der Grund für die - eigentlich ja nur geringe - Vergrößerung, die dadurch erreicht wurde? „Vielleicht hat es etwas mit der Aufstallung zu tun“, vermutet Spohn. Nachdem man dazu überging, das Vieh ganzjährig im Haus zu halten, wurde der Platz benötigt, um hinter den Kühen durchgehen zu können. 20 Zentimeter können da schon genügen. Platz für mehr Futter hat er womöglich geschaffen, indem er den obersten Boden gesenkt und das Dach höher gebaut hat.

Doch vor alle Wahrscheinlichkeiten hat der Bauforscher die wissenschaftliche Untersuchung gesetzt. Mit Hilfe der Baumringmethode will er feststellen, wie alt das Holz ist, das zum Bau der Wände benutzt wurde. Bis auf ein Vierteljahr genau kann man die Entstehung so schätzen. Aber bevor er das nicht heraus gefunden hat, will er sich auch nicht auf ein Jahr fest legen. Auch wenn die Erweiterung wunderbar zum Besitzerwechsel von 1838 passt.

Der dreischiffige Bau, erklärt Spohn, ist tpoisch für die Zeit nach dem großen Rüthener Brand im Jahr 1739. Damit wäre Haus Buuck schon fast beispielgebend für die etwas spätere Bauweise mit einer Deele und angrenzendem Stall auf der einen sowie Wohnbereich auf der anderen Seite. „Der Speicherstock ist das Außergewöhnliche. Dass jemand 1609 so viel aufzubewahren hatte.“ Spohn kennt sich aus mit der Geschichte der Rüthener Bürgerhäusern, hat er doch darüber ein Kapitel in der Stadtgeschichte geschrieben. Besonders ist auch, dass die Herdstelle als zentrales Element des Hauses erhalten geblieben ist.

Sie verbirgt sich heute hinter einem großen, grauen Stromkasten. Doch nachdem Spohn ein wenig vom Putz von der Wand geschlagen hat, ist die ehemalige Herdstelle deutlich zu erkennen. Architekt Eckhard Lohmann will sie allerdings nicht wieder historisch getreu aufmauern. „Die unterschiedlichen Zeitebenen sollen sichtbar bleiben.“ Verschwunden ist inzwischen nur „der Schund“, der in den vergangenen 30 Jahren eingebaut wurde. Wenn Haus Buuck später als Geschichtsherberge Wanderer aufnehmen wird, dann steht das fast 400 Jahre alte Haus in seiner Tradition. „Es hatte immer was mit Gastwirtschaft zu tun“, erklärt Spohn. Dass man das mit Sicherheit sagen kann, ist auch der fast vollständig bekannten Abfolge seiner Besitzer zu verdanken. Auch wenn die ganz genaue Nutzung 1609 nicht bekannt ist, so haben Caspar Buucks Nachfolger doch immer auch Gäste beherbergt.

Und mit noch einer Besonderheit kann sich das Bauwerk schmücken: „Es ist eines der ältesten Fachwerkhäuser überhaupt - im Sauerland“, schränkt Spohn ein. Doch auch in der Hellwegregion gehört es zu den ältesten. Noch ältere gibt es nur in Soest. Auch wenn der Bauforscher Dr. Thomas Spohn noch keine Antwort auf seine zwei Fragen gefunden hat - eines steht für ihn jetzt schon fest: „Haus Buuck ist sanierungsfähig und sanierungswürdig.“

(Auszug aus "Der Patriot" vom 15.05.2008)